· 

Tinnitus nach Hörsturz: Warum Ohrgeräusche häufig auftreten

Viele Patienten kommen zu mir in die Praxis, weil plötzlich ein lauter Ton im Ohr aufgetreten ist. Nicht selten steckt dahinter ein Hörsturz oder ein bereits überstandener Hörsturz. Der Zusammenhang zwischen Hörsturz und Tinnitus wird oft unterschätzt. In diesem Artikel erkläre ich, warum Ohrgeräusche so häufig nach einem Hörsturz entstehen – und warum sie manchmal auch bestehen bleiben.

 

Was genau passiert bei einem Hörsturz?

Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender Hörverlust, der meist einseitig auftritt. Betroffene berichten häufig, dass sie von einem Moment auf den anderen schlechter hören, ein Druckgefühl im Ohr verspüren oder das Ohr wie „verstopft“ wirkt.

 

Im Innenohr sitzen die sogenannten Haarzellen. Diese feinen Sinneszellen wandeln Schall in elektrische Signale um, die dann an das Gehirn weitergeleitet werden.

 

Beim Hörsturz werden diese Haarzellen plötzlich geschwächt – häufig durch eine Kombination aus Durchblutungsstörungen, Stress oder Überlastung des Systems.

Das Problem: Diese Zellen können keinen Schmerz äußern. Sie senden stattdessen ein Hör-Signal.

 

Warum beim Hörsturz oft ein Tinnitus entsteht

Wenn die Haarzellen im Innenohr geschwächt sind, wie nach einem Hörsturz, dann sind die Haarzellen entladen und geben Neurotransmitter in den synaptischen Spalt ab, die dann am Hörnerv andocken und einen Ton übertragen.

 

Damit die Zelle zur Ruhe kommen kann, müsste wieder ein Ruhemembranpotential aufgebaut werden. Dafür werden mit Hilfe der Ionenpumpen in der Zellmembran Kalium Ionen nach draußen befördert. Dafür braucht die Haarzelle viel Energie, die eben nach einem Hörsturz nicht vorhanden ist. Die Zelle verharrt folglich in der Depolarisation und produziert weiter einen Ton.

 

Warum sich das Gehör oft wieder verbessert

Die gute Nachricht ist: Das Innenohr besitzt eine gewisse Fähigkeit zur Regeneration. In vielen Fällen erholen sich die geschwächten Haarzellen zumindest teilweise wieder.

Das zeigt sich häufig daran, dass:

  • das Hörvermögen langsam zurückkehrt
  • das Druckgefühl im Ohr nachlässt
  • der Tinnitus deutlich leiser wird

Der Körper reguliert sich also aus eigener Kraft.

 

Gerade in den ersten Wochen nach einem Hörsturz kann sich noch viel verändern. Deshalb ist es wichtig, dem Ohr in dieser Phase Ruhe zu geben und es nicht zusätzlich zu belasten. Dadurch wird die Energie nicht durch den Hörprozess verbraucht und kann für die Regeneration genutzt werden.

 

Warum manchmal ein Rest Tinnitus bleibt

Trotz dieser Regeneration bleibt bei einigen Menschen ein leichter Tinnitus bestehen.

 

Der Grund ist oft, dass sich das Hörsystem zwar weitgehend erholt hat, aber nicht vollständig. Manche Haarzellen bleiben geschwächt oder das Nervensystem hat sich bereits an das neue Signal „gewöhnt“.

 

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Tinnitus dauerhaft stark bleiben muss. Häufig wird er im Laufe der Zeit deutlich leiser oder tritt nur noch gelegentlich auf.

 

Wie die Lasertherapie das Ohr unterstützen kann

In meiner Praxis arbeite ich bei Hörsturz und Tinnitus häufig mit der Low-Level-Lasertherapie.

Das Laserlicht kann tief ins Gewebe eindringen und dort die Mitochondrien – also die Kraftwerke der Zellen – stimulieren. Dadurch wird die Energieproduktion der Zellen erhöht und Regenerationsprozesse können unterstützt werden.

Gerade im Innenohr kann diese Unterstützung hilfreich sein, wenn Haarzellen geschwächt sind und sich wieder stabilisieren sollen.

 

Hier bekommst du mehr Infos zur Lasertherapie.

 

Fazit

Ein Tinnitus tritt nach einem Hörsturz sehr häufig auf, weil die geschwächten Haarzellen im Innenohr entladen sind und dadurch dauerhaft einen Ton produzieren. Der Ton ist in gewisser Weise ein Hinweis darauf, dass das Hörsystem aus dem Gleichgewicht geraten ist.

 

In vielen Fällen verbessert sich das Gehör durch die natürliche Regeneration des Körpers wieder. Druckgefühl und Tinnitus nehmen dann deutlich ab – manchmal bleibt jedoch ein leichter Rest-Ton bestehen.

Wichtig ist in dieser Phase vor allem eines: dem Ohr Zeit zur Erholung zu geben und es gezielt zu unterstützen.

 

Denken Sie daran, Ihre Ohren zu schützen.

Ihr Robert Kroll

Kommentar schreiben

Kommentare: 0